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Welche WBV-Talente schaffen den Sprung in die kommenden Nachwuchs-Nationalmannschaften? Dies ist die zentrale Frage, um die sich beim Bundesjugendlager in Heidelberg am Wochenende alles dreht. Knapp 200 Mädchen und Jungen des Jahrgangs 1996 aus der gesamten Bundesrepublik werden ab Freitag vier Tage lang im Olympia Stützpunkt Rhein-Neckar den Bundestrainern vorspielen und versuchen, einen der begehrten Plätze für das DBB-Leistungscamp zwischen Weihnachten und Neujahr zu ergattern.
Vor den Augen der DBB-Trainer, an deren Spitze Herrentrainer Dirk Bauermann und Damencoach Imre Szittya stehen, werden die jungen Basketballer in Athletiktests, normalen Trainingseinheiten und natürlich im Wettkampf auf den Prüfstand gestellt. Am Ende werden rund 40 Mädchen und ca. 45 Jungen die Einladung zum Leistungscamp erhalten. Dies wäre nach der Nominierung für die Landeskader für viele Talente dann der zweite Schritt in Richtung Nationalmannschaft. Bei der DBB-Maßnahme am Jahresende wird das Gerüst der zukünftigen DBB-Teams formiert, für die 2012 die erste Europameisterschaft ansteht. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, auf den sich auch die Spieler/innen der beiden WBV-Kader nun begeben.
Insgesamt haben Landestrainer Michael Kasch (Headcoach Jungen) und Carsten Spitzlay (Headcoach Mädchen) 24 Spieler/innen für Heidelberg nominiert. Und um bestens vorbereitet zu sein, begeben sich beide Teams bereits am Mittwoch zum Abschlusslehrgang nach Weinheim. Von dort ist es dann nur noch ein Katzensprung nach Heidelberg, wo beide Kader am Freitagmittag aufschlagen werden. Organisatorisch scheint alles Erdenkliche im Vorfeld erledigt worden zu sein. Entsprechend entspannt zeigte sich Landestrainer Kasch kurz vor der Abreise.
Herr Kasch, steigt der Adrenalinspiegel zwei Tage vor der Abreise bereits?
Bei mir noch nicht. Sicherlich blickt man den kommenden Tagen mit Spannung entgegen. Aber ich habe schon so viele Bundesjugendlager erlebt, so dass eine gewisse Routine entstanden ist. Vorort ändert sich das dann ein wenig. Bei unseren Jungen und Mädchen ist das sicherlich jetzt schon anders. Die fiebern den nächsten Tagen entgegen. Aber das ist doch normal. Zum einen ist es toll, mal vor den Augen der Bundestrainer vorzuspielen und Dirk Bauermann oder Imre Szittya hautnah zu erleben. Zum anderen reisen alle unsere Spieler/innen mit einem gewissen Ehrgeiz und entsprechenden Erwartungen an.
Mit welchen Erwartungen reisen denn die WBV-Kader und besonders die Trainer an?
Wir hoffen schon darauf, dass sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen jeweils vier plus X Spieler für das DBB-Leistungscamp nominiert werden. Die letztendliche Platzierung unsere Mannschaften spielt nicht die vordergründige Rolle, wenn doch wir natürlich auch spielen, um zu gewinnen.
Ist das nicht schon fast ein Minimalziel, das der WBV als größter Landesverband haben sollte? Und wird nicht auch erwartet, dass die WBV-Teams am Ende immer mit ganz vorne stehen?
Ja, dass kann man wohl so stehen lassen, zumindest was die Nominierung für das Leistungscamp angeht. Später, in der Spitze, wenn die Nationalteams zusammengestellt werden, sollte man keine Quote mehr fordern. Wir müssen uns davon verabschieden, dass der WBV als größter Landesverband alles dominiert. Andere Landesverbände haben aufgeschlossen und uns teilweise überholt, besonders was die individuelle Förderung angeht. Vielerorts, besonders im Süden von Deutschland, sind viele kompetente Basketball-Leistungszentren entstanden. Die haben wir in NRW zwar auch schon, doch im Verhältnis ist die Dichte so genannter Kompetenzzentren anderswo größer. NRW hat da einen gewissen Nachholbedarf. Aber damit wir uns nicht missverstehen. Der WBV wird immer eine tragende Rolle spielen. Die Talente sind vorhanden, sogar zahlreich. Wir müssen nur die individuelle Förderung weiter vorantreiben.
Welchen WBV-Talenten darf man denn nun in diesem Jahr in Heidelberg den nächsten Schritt zutrauen?
Ich tue mich schwer damit, einzelne Spieler/innen in den Vordergrund zu stellen. Grundsätzlich traue ich fast allen den Sprung ins Leistungscamp zu. Aber die Entwicklung in diesem Alter ist sehr rasant und unterschiedlich. Da kann sich in einem halben Jahr sehr viel tun und entsprechend warten wir mal ab, wie sich die anderen Landesverbände präsentieren.
Aber ein paar Namen haben Sie doch sicherlich auf der Favoritenliste!
Noch mal, ich glaube, dass alle unsere Spieler/innen in Heidelberg eine Chance haben werden. Aber sicherlich gibt es sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen einige Kandidaten, die mit einem kleinen Vorsprung anreisen. Das sind vorrangig Leon Baeck, Jonas Grof, Lars Kamp und Tim Van der Velde bei den Jungs sowie Mona Kramer, Paulina Körner und Annika Otto bei den Mädchen. Sie haben bereits im Frühjahr die Bundestrainer beim Projekt „Talente mit Perspektive“ (TMP) auf sich aufmerksam gemacht und gehören dem DBB-Perspektivkader an. Aber auch für die Genannten gilt, was ich zuvor gesagt habe. Die Entwicklung in diesem Alter ist sehr schnell. Die Nominierung beim TMP ist kein Freibrief.
Erstmalig reist der WBV-Tross bereits zwei Tage früher nach Baden-Württemberg. Der Abschluss-Lehrgang beginnt am Mittwoch in Weinheim und von dort geht es dann am Freitag nach Heidelberg!
Ja, das ist ein Novum. Hintergrund war die Überlegung, die Reisestrapazen zu verringern und somit noch besser vorbereitet in Heidelberg aufzulaufen. Für mich ist das Neuland und ich warte mal ab, ob die Vorteile den zusätzlichen Aufwand rechtfertigen, zumal wir dafür an anderer Stelle sparen mussten. Für den Zusammenhalt in den Kadern ist das aber mit Sicherheit schon ein Vorteil, und vielleicht reisen wir ja dann doch sehr viel gelassener an. (maGro/mg)
Die WBV-Kader in Heidelberg:
WBV-Mädchen: Helena Dahlem (NB Oberhausen), Paulina Fritz, Alina Gimbel, Mona Kramer (alle TSV Hagen), Paulina Körner (Köln 99ers), Karolina Krabbe, Annika Otto (beide SOBA Rhöndorf), Ina Lindner (Herner TC), Sophia Neubauer (BG Lintfort), Leonie Schiermeyer (City Basket Recklinghausen), Sarah Stock (Homberger TV/NB Oberhausen), Laura Zdravevska (Boele Kabel/TSV Hagen). Auf Abruf: Annika Küpper, Louisa Kaprolat (beide City Basket Recklinghausen), Annika Dankmeyer (ART Düsseldorf).
WBV-Jungen: Leon Baeck, Nicklas Behler, Tobias Middelkoop, Tim Van der Velde (alle Köln 99ers), Fabian Dörnemann (Hertener Löwen), Jonas Grof, Pascal Zahner-Gothen (beide Basketball Boele-Kabel), Renaldo Hamsink (ETB SW Essen), Lars Kamp, David Ratajczak (beide Paderborn Baskets), Niklas Kiel (BBG Herford), Gilles Nawezi (UBC Münster). Auf Abruf: Alexander Bachmann (SC Bayer Uerdingen), Adam Raczkiewicz (City Basket Recklinghausen).
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