Der Internationale Basketball-Verband (FIBA) hat Änderungen der Offiziellen Basketball-Regeln beschlossen. Im Westdeutschen Basketball-Verband (WBV) gelten sie mit dem Start des WBV-Pokals 2026/27.
Der Westdeutsche Basketball-Verband lädt am Donnerstag, 10. September 2026, zu einer digitalen Fortbildung des Schiedsrichterwesens ein. Ab 19:30 Uhr erklärt das Schiedsrichterwesen die aktuellen Regeländerungen im Detail. Die Fortbildung richtet sich an Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Trainerinnen und Trainer, Spielerinnen und Spieler sowie an alle Interessierten. Die Einwahldaten folgen in einer separaten Ankündigung.
Unsportliches Foul entfällt – Disruptive und Flagrant Foul kommen
Die auffälligste Änderung betrifft das bisherige Unsportliche Foul. Die FIBA teilt es nach Schwere in zwei neue Foularten auf. Das Flagrant Foul erfasst die gravierenden Fälle: eine basketballuntypische Aktion, rücksichtsloses, gewalttätiges oder gefährliches Vorgehen sowie übertrieben harten Kontakt. Das Disruptive Foul liegt unterhalb dieser Schwelle und richtet sich gegen taktische Fouls, die den Spielfluss unterbrechen oder die Uhr stoppen sollen – etwa der unnötige Kontakt gegen einen Gegenspieler im Gegenangriff, ohne den Ball zu spielen.
Die Freiwurfstrafen sind bei beiden Foularten gleich: zwei Freiwürfe außerhalb der Korbwurfaktion, ein zusätzlicher Freiwurf bei erzieltem Korb, zwei oder drei Freiwürfe bei erfolglosem Korbwurf. Der Unterschied liegt in der Folge für den Spieler. Nur das Flagrant Foul zählt zur Spieldisqualifikation, das Disruptive Foul nicht.
Technisches Foul: Kategorie 1 und Kategorie 2
Auch beim Technischen Foul unterscheidet die FIBA künftig nach Hergang und Schwere. Zur Kategorie 1 zählen Fouls von gravierender Natur, etwa respektloser Umgang mit Schiedsrichtern, Kampfgericht oder Gegnern, beleidigende Gesten in Richtung Zuschauer, das Behindern der Sicht eines Gegenspielers oder das Vortäuschen eines Fouls. Die Kategorie 2 umfasst Fouls ohne Kontakt administrativer Art, darunter Spielverzögerung, das Festhalten am Ring mit vollem Gewicht und Goaltending eines Verteidigers beim letzten Freiwurf.
Ein Spieler ist bis zum Spielende disqualifiziert, wenn gegen ihn zwei Technische Fouls der Kategorie 1, zwei Flagrant Fouls oder eines von beidem in Kombination verhängt wurden. Technische Fouls der Kategorie 2 bleiben dabei außen vor. Die FIBA begründet die Neuerung damit, dass die bisherige Regelung als zu streng galt.
Korbwurfaktion genauer definiert
Artikel 15 beschreibt nun im Detail, wann eine Korbwurfaktion beginnt und wann sie endet – getrennt für Sprungwürfe, Würfe aus der Bewegung und das Ziehen zum Korb. Anlass sind gehäufte Täuschungsversuche gefoulter Spieler. Wichtig für die Praxis: Als Korbwurfaktion gilt eine Aktion grundsätzlich nur im Vorfeld. Aus dem eigenen Rückfeld zählt sie ausschließlich am Ende eines Spielabschnitts oder vor Ablauf der Wurfuhr. Die Anzahl der legalen Schritte spielt für die Bewertung keine Rolle.
Dribbling, Spielkleidung, Linienfarben
Artikel 24 unterscheidet klarer zwischen dem Verlust der Ballkontrolle und dem vorübergehenden Verlust der Verfügbarkeit über den Ball (Fumbling). Ein zweites Dribbling bleibt zulässig, wenn der Spieler die Kontrolle über einen belebten Ball durch einen Korbwurf verloren hat, wenn ein Gegenspieler den Ball berührt hat oder wenn bei einem Pass oder Fumbling ein anderer Spieler im Spiel war.
Bei der Spielkleidung streicht die FIBA die Vorgaben zur Sichtbarkeit der Socken. Die dominierende Farbe muss weiterhin für alle Mannschaftsmitglieder gleich sein. Bei den Spielfeldlinien lässt die FIBA mehr Spielraum: Mittelkreis und Mittellinie dürfen sich farblich von den übrigen Markierungen unterscheiden. Alle paarweise auftretenden Markierungen müssen auf beiden Spielfeldseiten dieselbe Farbe haben.
Neue Handzeichen und Einträge im Anschreibebogen
Für Spielverzögerung, Disruptive Foul und Flagrant Foul gibt es neue Handzeichen. Der Anschreibebogen erhält neue Einträge, darunter „DI" für das Disruptive Foul, „FL" für das Flagrant Foul und den neuen Eintrag „BD" für Disqualifizierende Fouls gegen Mannschaftsbegleiter. Alle Fouls, die zu einer Spieldisqualifikation führen, kreist das Kampfgericht künftig ein.
Erweitert hat die FIBA auch das Instant Replay System. Überprüfbar ist nun zusätzlich, ob ein Einwerfer gefoult wurde, bevor der Ball seine Hände verlassen hat, und ob nach einem Foul Goaltending oder Stören des Balls vorlag.
Der Deutsche Basketball Bund (DBB) hat die deutsche Übersetzung im Juni 2026 in der Version 1.0a veröffentlicht.





